Auto Inzahlung geben – das solltest du wissen

Hier geht es um des Deutschen liebstes Kind: das Auto. Jährlich wechseln tausende Neu- und Gebrauchtwagen den Eigentümer. Kauft man sein neues Fahrzeug bei einem Händler, ist es meist möglich, sein altes Auto Inzahlung zu geben. Es quasi mit dem Preis für sein neues Auto zu verrechnen.

Denkst du darüber nach, dir ein neues Auto zu kaufen und dein altes Auto bequem abgeben? Hier erfährst du, wie eine Inzahlungnahme abläuft und was du beachten musst, damit du bei diesem Deal einen guten Schnitt machst.

Was heißt “ein Auto Inzahlung geben”?

Von der „Inzahlungnahme eines Autos” spricht man, wenn ein Privatmann bei einem Autohändler ein Auto käuflich erwirbt und der Händler gleichzeitig ein Fahrzeug des Käufers – mit einem entsprechenden Geldwert – in den Vertrag aufnimmt und es im Zuge des Handels in das Eigentum des Händlers übergeht.

In der Praxis deklariert der Händler den Wert Ihres Autos, oder eines Motorrads oder einem anderen Vehikel – als Rabatt für das Fahrzeug, das gekauft werden soll. Wenn du, wie viele andere Autokäufer auch, ein Auto Inzahlung gibst, wird die Inzahlungnahme im Kaufvertrag als Teil der Zahlung für das neue Auto angesehen.

Laut § 364 BGB [Bürgerliches Gesetzbuch] wird diese Vereinbarung “Leistung an Erfüllungs statt” genannt. Diese bewirkt, dass der Schuldner – in dem Fall der Autokäufer – seine Gegenleistung für den Erhalt seiner Ware, also hier des neuen Autos, mit einer anderen als der geschuldeten Leistung – dem Kaufpreis – zum Zwecke der Erfüllung der tatsächlich geschuldeten Leistung erbringt.

Obwohl das Schuldverhältnis erlischt, wenn der Gläubiger eine andere als die geschuldete Leistung an Erfüllungs statt annimmt, gilt trotzdem, wie bei einem normalen Kaufvertrag, die Haftungsregel gemäß § 365 BGB. Genauso wie bei einem Standard-Kaufvertrag. Diesbezüglich musst dir in folge dessen keinerlei Sorgen machen.

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Kann man bei jedem Händler ein Auto Inzahlung geben? 

Ja und nein. Zwar gibt es die gesetzlichen Rahmenbedingungen, damit man beim Autokauf ein Auto Inzahlung geben kann, allerdings braucht man für jedes Geschäft, das man abschließen will, einen Vertragspartner, mit dem man sich auf eine gemeinsame Vertragsgrundlage einigt. Der jeweilige Autohändler entscheidet aufgrund der Vertragsfreiheit selbst, ob er bereit ist, dein altes Auto in Zahlung zu nehmen.

Die Automarke deines Gebrauchtwagens spielt bei dem Geschäft keine Rolle und muss nicht mit der Marke des Wagens übereinstimmen, den du erstehen wollen. Beispielsweise kann ein VW-Händler durchaus einen BMW ankaufen oder ein Mercedes-Händler einen Toyota. Es kann jedoch auch sein, dass der Autohändler, nur Gebrauchtfahrzeuge der Marke ankauft, die er auch als Neufahrzeuge anbietet.

Automobilverkäufe, bei denen man ein Auto Inzahlung geben will, können für beide Seiten eine gute Sache sein. Du sparst dir die Zeit, die du sonst in den Verkauf deines alten Fahrzeugs investieren müsstest und der Händler profitiert durch den Fahrzeugverkauf. Trotzdem bietet nicht jeder Autohändler diese Möglichkeit der teilweisen Zahlung mit einem fahrbaren Gegenwert an.

Kaufanreiz –  Auto Inzahlung nehmen 

Werden Autos – besonders Neuwagen – von Händlern an Privatleute verkauft, kommt es ziemlich häufig vor, dass das alte Gefährt des Käufers beim Händler in Zahlung gegeben wird. Viele Händler und Hersteller bieten pauschale Prämien für den Fall, dass man sein Auto Inzahlung geben will. Das Hauptziel eines Autohändlers ist nun mal der Autoverkauf und dabei gilt es, Kaufreize zu setzen.

Teilweise kann man sogar Autos Inzahlung geben, deren Fahrtauglichkeit nicht mehr gewährleistet ist. Wird damit geworben, dass du für deine alten Wagen bis zu 2.000 Euro bekommst, solltest du jedoch nicht unbedingt davon ausgehen, dass dieser Betrag auch verrechnet wird. Jeder Händler, bei dem du ein Auto Inzahlung geben kannst, wird den genauen Wert des Modells ermitteln und diesen einkalkulieren.

Habst du den Eindruck, ein Händlerangebot für dein gebrauchtes Fahrzeug sei überdurchschnittlich gut, sollten ein klein bisschen die Alarmglocken angehen. Klopf’ dir an den Hinterkopf, damit du das Angebot als das erkennst, was es ist. Und zwar ein Lockmittel, denn wie gesagt, das Autohaus hat ein natürliches Interesse daran, dir ein neues Fahrzeug zu verkaufen.

Ziehe in Betracht, dass sich für den Händler, bei dem man sein Auto Inzahlung geben kann, eine ganze Reihe von Vorteilen ergeben. Dein Gebrauchtwagen wird zwar in Zahlung genommen, allerdings erfolgt diese Inzahlungnahme oftmals zu Lasten der Konditionen. Der Autohändler bietet zum Beispiel in solchen Fällen in der Regel einen geringeren Rabatt für einen Neuwagen an.

Auto Inzahlung geben – Schritt für Schritt

Du hast dich entschieden, ein neues Fahrzeug zu erwerben. Nun gilt es zunächst, den optimalen Preis für dein altes Fahrzeug, welches man in Zahlung geben will, herauszufinden. Achte darauf, dass du deine Noch-Liebling auf Vordermann bringst, bevor du damit bei einem Händler vorstellig wirst.

In der sogenannten „Schwacke-Liste” sind alle Fahrzeugmodelle aufgeführt. Die Liste zeigt konkrete Wertangaben unter Berücksichtigung von Baujahr und Extras usw. Die darin genannte Bewertung eines Fahrzeugs ist als Anhaltspunkt sicherlich eine große Hilfe und kostet knapp 8 Euro. Damit hast du eine Idee, was du für dein altes Auto bekommen kannst.

Wende dich an den Autohändler, bei dem du das Fahrzeug gefunden hast, das du zukünftig fahren willst und steige in die Preisverhandlungen ein. Erwähne anfangs mit keinem Wort, dass du dein Altfahrzeug gern in Zahlung geben willst. Kein Mensch zahlt den Wunschpreis des Händlers. Also verhandle hart.

Erst wenn du weißt wie hoch der letzte Preis Verkäufers ist, kannst du erwähnen, dass du gerne deine Altwagen in Zahlung geben möchtest. Zeigt er sich bereit, das Auto in Zahlung zu nehmen, geht es in die nächste Runde des Verhandelns. Nun schlüpfst du in die Verkäuferrolle. Handle den bestmöglichen Verkaufspreis für dein altes Auto aus und nehme den Wert zur Verrechung in den Kaufvertrag auf.

Wer sein altes Auto in Zahlung geben will, sollte das Fahrzeug, inklusive Schlüssel, Papiere und sonstigen vereinbarten Bestandteile wie zum Beispiel Winterrädern, jedoch erst dann übergeben, wenn der neue Wagen ausgeliefert wird. Bei einer Pleite wäre es ansonsten nämlich weg, da er zur Insolvenz-Masse des Händlers gehören würde.

Normalerweise meldet der Händler das Fahrzeug, das er in Zahlung nimmt, beim Straßenverkehrsamt ab. Kurz darauf melden sich die Versicherung. Bevorzugst du es, auf Nummer sicher zu gehen, melden das Kfz besser selbst bei der zuständigen Behörde und bei deiner Versicherung ab.

Pro und Contra beim Auto Inzahlung geben

Der Händler will beim späteren Verkauf Ihres gebrauchten Fahrzeugs etwas verdienen. Das sollte klar sein. Ein Argument, deine Gebrauchten dennoch beim Neuwagenhändler Inzahlung zu geben, könnte sein, dass es für dich als Kunden einfacher ist, als einen anderen Käufer zu finden und du die Sache sozusagen in einem Rutsch erledigen kannst.

Der Nachteil jedoch ist, dass das Auto meist nicht zu seinem tatsächlichen Wert in Zahlung genommen wird, sondern lediglich zu einem kleinen Bonusbeitrag. Wenn du etwas weniger Ertrag für dein Auto in Kauf nimmst, kannst du deinen Wagen ohne Bedenken in Zahlung geben. Der Aufwand ist deutlich geringer und schnell erledigt.